Rückblick:
DMMK Digitale Wirtschaft 2010
Über 1.700 Teilnehmer an 4 Veranstaltungstagen – das ist die beeindruckende Bilanz des DMMK und der Create10. Gemeinsam mit Partnern vernetzte die MFG Baden-Württemberg in der Landeshauptstadt Anbieter und Anwender der digitalen Kreativwirtschaft mit internationalen Vertretern aus Forschung und Politik sowie mit jungen Talenten und innovativen Unternehmen.
MFG-Geschäftsführer Klaus Haasis gab bei der Eröffnung des Deutschen Multimedia Kongresses (DMMK) und der internationalen Kreativwirtschaftskonferenz Create10 den Startschuss zum Event-Marathon: „Mit 8 Veranstaltungen in 4 Tagen an 3 Locations und insgesamt über 1.700 Teilnehmern aus verschiedenen Branchen, Bereichen und Ländern präsentieren wir Stuttgart und Baden-Württemberg als international führenden Kreativstandort.“ Auch Medienminister Helmut Rau zeigte sich erfreut über das Zusammentreffen von europäischen Kreativschaffenden und Vordenkern der digitalen Wirtschaft in der Landeshauptstadt. Mit der gemeinsamen Veranstaltung des DMMK und der Create10 biete die MFG insbesondere die Möglichkeit, gemeinsam zu lernen und neue Lösungen zu entwickeln.
Marketing-Crashkurs mit Schmetterlings-Apps
Vollgas gaben Michael Bassier, Geschäftsführer der New-Media-Agentur Bassier, Bergmann und Kindler und Porsche-Marketingchef Stefan Büscher. „Das Internet muss verkaufen helfen“ – forderten sie in ihrem Vortrag und nahmen das Publikum mit auf die Rennstrecke. Anhand eines viralen Youtube-Videos über eine Porsche-Testfahrt zeigten sie, wie der Stuttgarter Sportwagenhersteller das Web seit Jahren in seine Verkaufsstrategie einbindet.
Spannende Praxisbeispiele aus aller Welt hatte auch Contagious-Redakteurin Jessica Greenwood, die extra aus London angereist war, im Handgepäck. Mit Schmetterlings-Apps aus Asien und farbenfrohen Event-Kampagnen erteilte sie den Teilnehmern einen Crashkurs in zeitgemäßem Marketing. Ihre Forderung: Erfolgreiches Marketing muss nutzerorientiert und gleichzeitig unterhaltsam sein.
Dieser Meinung schloss sich auch BVDW-Präsident Arndt Groth an: „Social Media erfordert ein komplettes Umdenken: Heute kommunizieren nicht mehr die Marken mit den Nutzern, sondern die Nutzer mit den Marken. Dadurch ergeben sich gerade auch für die Marktforschung und die Produktentwicklung ganz neue Möglichkeiten.“
Social-Media-Handwerkszeug für Mittelständler
Wie kleine und mittlere Unternehmen die Möglichkeiten von Social-Media-Tools konkret für sich nutzen können, erfuhren die Teilnehmer beim Anwenderforum Digital Business, das die MFG gemeinsam mit dem Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg veranstaltete. „Hat oder braucht eine Bohrmaschine eine Fanseite?“ – Vorreiter-Unternehmen wie die Wendlinger Werkzeugspezialisten TTS Tooltechnic Systems gewährten einen Einblick in ihre Kommunikationsstrategien und stellten unterschiedliche Instrumente zur Erfolgsmessung von Social-Media-Aktivitäten vor.
Eine erfrischende Social-Media-Aktion hatte die Berliner Agentur Moccu im Foyer des Römerkastells aufgefahren und Dominik „Kaffeefreund“ Schweer mit seinem mobilen Fahrradcafé engagiert. „Kaffee für 'nen Tweet“ lautete das Versprechen. Das ließen sich die Teilnehmer nicht zweimal sagen und ertwitterten sich fleißig ihren Espresso, Cappuccino oder Chai Latte – inklusive Lieferung ins Panel. Insgesamt war die Twitter-Gemeinde beim Kommentieren des Veranstaltungsgeschehens sogar so aktiv, dass der Hashtag #DMMK auf Platz 3 beim deutschlandweiten Twitter-Ranking landete.
Vom Teilnehmer zum Programmgestalter
Auch nach den beiden Hauptkongresstagen im Römerkastell war der Kreativmarathon noch lange nicht zu Ende. So organisierte die MFG gemeinsam mit den erfahrenen BarCamp-Spezialisten Dirk Baranek und Oliver Gassner am 12. November 2010 das erste Stuttgarter Creativity & Communication Camp (CCCamp). Hier lag die Programmgestaltung in der Hand der Teilnehmer. Vor Ort wurden spontan Themen, wie die Optimierung von Facebook-Gruppenseiten oder die Vorstellung von shackspace – einer Werkstatt für Soft- und Hardwarebastler in Stuttgart – festgelegt, zu denen die Teilnehmer selbst referierten.
Karrierechancen in der digitalen Wirtschaft ausloten
Auch am letzten Veranstaltungstag standen die Teilnehmer – hauptsächlich Studierende, Absolventen und Young Professionals – im Vordergrund. Als Recruiting-Event der deutschen Interaktiv-Branche bot der DMMK Young Professionals an der Stuttgarter Hochschule der Medien abwechslungsreiches Programm mit Fachvorträgen, Diskussionsforen und Job-Matching-Plattformen.
Hilfreiche Tipps für den richtigen Umgang mit Social Media im Privat- und Berufsleben gab beispielsweise Sevenload-Gründer Ibrahim „Ibo“ Evsan. „Wer in sozialen Medien veröffentlicht, übernimmt Verantwortung. Die Botschaft ist man selbst!“, mahnte der Web-2.0-Profi das aufmerksame Publikum. Mit einem Augenzwinkern verriet Ibo Evsan außerdem, dass sein Smartphone ihn um bis zu 5 Prozent hübscher mache und er es dafür gelegentlich mit Streicheleinheiten belohne. ADC-Fachvorstand für digitale Medien, Jens Schmidt, betonte in seinem Vortrag unterdessen, dass gerade junge Talente die Kreativwirtschaft mit frischen Ideen und spannenden Konzepten bereicherten. Davon konnte er sich auch als Jurymitglied beim „Young Talent Award“ überzeugen, den er am Abend an Studierende aus Ravensburg für ein Online-Theater-Karaokespiel sowie an Studierende der HdM für ein Multitouch-Physiktisch überreichte.
Zwar keine Auszeichnung, dafür aber hilfreiche Praxistipps nahmen die Teilnehmer der bwcon-Start-up-Workshops mit nach Hause. In kurzweiligen Vorträgen hatten erfolgreiche, junge Gründer ihre „Lessions Learned“ an die interessierten Zuhörer weitergegeben und geduldig die Fragen beantwortet. Wem statt der Selbstständigkeit eine Festanstellung vorschwebte, konnte Kontakt zu führenden Unternehmen der digitalen Wirtschaft knüpfen, die sich beim DMMK Young Professionals im Rahmen einer Ausstellung präsentierten.
Hinweis: Für alle, die nochmals durch vier Tage Kreativwirtschaft sprinten möchten, gibt es hier eine Übersicht aller Bilder, Videos, Texte und Tweets: http://bit.ly/dyighU.
Programm DMMK Digitale Wirtschaft 2010



